Bye, bye 3G: Wann wird UMTS abgeschaltet?

Bye, bye 3G: Wann wird UMTS abgeschaltet?

Zwei der drei großen deutschen Mobilfunkanbieter, Vodafone und die Deutsche Telekom, wollen das UMTS-Netz und den damit verbundenen Mobilfunkstandard 3G spätestens bis Ende kommenden Jahres komplett abschalten. Auch der größte Player auf dem deutschen Mobilfunkmarkt hat sich nun zur Abschaltung geäußert: Die Telefónica Deutschland ist Eigentümerin von O2 und E-Plus und will sich spätestens 2022 von dem veralteten UMTS-Netz trennen. Kritiker warnen: Ist UMTS erst einmal abgeschaltet, häuften sich langsame Verbindungen und Netzabbrüche, so die Befürchtungen. Was ist dran an diesen Unkenrufen und was bedeutet die Abschaltung für Mobilfunkkunden und ihre Erreichbarkeit wirklich? Viking Telecom klärt auf. 

Was sind eigentlich UMTS und 3G?

Wie in allen anderen Bereichen entwickelt sich auch auf dem Mobilfunksektor die Technologie in rasender Geschwindigkeit weiter. Was gestern noch der neueste und schnellste Standard war, ist heute schon veraltet. Das gilt auch für UMTS: Als Mobilfunkstandard der dritten Generation (darum 3G) war der Standard seinem Vorgänger 2G haushoch überlegen: Dank der 2011 eingeführten Erweiterung HSPA+ war mit bis zu 42 Mbit/s fast die tausendfache Übertragungsgeschwindigkeit des alten GPRS-Standards möglich. 

 

Doch nichts hält ewig: Der zwischenzeitlich etablierte Standard LTE+ hat als mittlerweile vierte Generation der mobilen Datenübertragung die Geschwindigkeiten noch einmal knapp verzehnfacht und sorgt seit 2014 dafür, dass auch datenfressende Anwendungen wie Videotelefonie mittlerweile kein Problem mehr darstellen. Die UMTS-Technologie wird somit langsam aber sicher nicht nur überflüssig, sie blockiert zudem noch wertvolle Frequenzen, die für neuere Standards bis hin zu dem 2019 eingeführten 5G-Netz genutzt werden könnten. 

Telekom, Vodafone und O2/E-Plus: Wer schaltet UMTS wann ab?

Als erster Netzbetreiber wird sich wohl Vodafone vom 3G-Standard verabschieden: Laut einer Pressemitteilung möchte das Unternehmen Ende Juni 2021 UMTS in den Ruhestand schicken um Platz zu machen für den 5G-Ausbau. Auch Deutsche Telekom will 2021 Schluss machen mit UMTS, lässt sich aber Zeit bis Ende des Jahres, wie das IT-Magazin Golem berichtete. Als letzter Betreiber wird sich die Telefónica von 3G verabschieden: „Unsere Pläne sehen vor, die genutzten 3G-Frequenzen bis spätes­tens 2022 schritt­weise für effi­zi­en­tere Tech­no­lo­gien wie LTE umzu­widmen. Unsere Kunden profi­tieren dadurch von einem besseren Netz­er­lebnis“, sagte die Telefónica-Pres­se­stelle dem Online-Magazin Teltarif.

Das 2G-Netz bleibt uns übrigens sogar länger erhalten als sein Nachfolger: Als „Sicherheitsnetz“ für Telefonie und SMS besonders in Gebieten mit lückenhafter 4G- und 5G-Abdeckung soll es weiterhin betrieben werden.

Was bedeutet die Abschaltung von UMTS für Mobilfunk-Nutzer?

Seit Bekanntwerden der Pläne, UMTS abzuschalten, werden vielerorts Sorgen laut, es könnte vermehrt zu Netzabbrüchen und langsamen Verbindungen kommen, wenn LTE und seine Weiterentwicklung 5G nicht verfügbar sind, die Netze durch die Umstellung überlastet sind oder nicht LTE-fähige Endgeräte auf 2G zurückfallen müssen. Schon im Sommer 2019 titelte der Focus, Millionen Deutsche hätten bald kein Netz mehr. Was ist dran an diesen Befürchtungen?

Gerhard Mack, technischer Direktor von Vodafone, nimmt seinen Kunden die Angst: „Durch die 3G-Abschaltung wird sich das Tempo für unsere Kunden nochmals deutlich erhöhen“, verspricht erin einer Pressemitteilung. Das LTE-Netz von Vodafone erreiche heute bereits 98,6 Prozent der Haushalte in Deutschland. „Das sind 79 Millionen Bundesbürger und damit nahezu die gesamte Bevölkerung in Deutschland – damit ist auch in besiedelten ländlichen Regionen schnelles mobiles Internet verfügbar.“ Zudem sei LTE deutlich energieeffizienter und verbrauche siebenmal weniger Strom als 3G. Änliche Zahlen weist die Bundesnetzagentur in ihrem Jahresbericht auch für die Mitbewerber aus: 

98,1 Prozent sind es bei der Deutschen Telekom AG und 92,2 Prozent bei Telefónica Germany. 

Ein viel größeres Problem in der Abdeckung als das Netz haben jedoch die derzeit genutzten SIM-Karten der Endgeräte: 45 Prozent der Karten nutzten laut Jahresbericht Ende 2019 noch ebendieses UMTS-Netz, das es bald nicht mehr geben wird. 

Fast die Hälfte aller genutzten Karten wird also nach der Abschaltung auf das veraltete 2G-Netz zurückgreifen müssen, das mit einem Bruchteil der Übertragungsgeschwindigkeit für Internetanwendungen nicht zu gebrauchen ist wie fast jeder weiß: Wir alle haben doch schon einmal unterwegs im Zug geflucht, weil eine dringende Mail im Postausgang festhing, solang das „EDGE“-Zeichen auf dem Handy oder Tablet zu sehen war. Und nicht nur das: Auch die Telefonie läuft im LTE-Netz über die Datenverbindung – wer also nur UMTS im Vertrag hat, surft nach dessen Abschaltung nicht nur langsamer, sondern muss auch Abstriche in der Telefonverbindung und -qualität in Kauf nehmen. 

Was bedeutet das für den Mobilfunk-Nutzer?

Das Fazit: Die Abschaltung von UMTS kommt je nach Anbieter spätestens mit dem Jahreswechsel 2021/22 auch auf Sie zu. Aus technischer Sicht mag dieser Schritt zwar verständlich sein und die Entwicklung fortschrittlicherer Technologien vorantreiben, für den Kunden bringt er aber erst einmal viele Unsicherheiten mit sich. 

Für Sie als Nutzer wird spätestens im kommenden Jahr von entscheidender Bedeutung sein, ob Ihr Endgerät und Ihre SIM-Karte LTE-fähig sind und welchen Anbieter Sie nutzen. Ob sich für Sie gleich der Umstieg auf 5G-fähige Endgeräte lohnt, hängt davon ab, wie die entsprechende Netzabdeckung in ihrem Heimatort und an Ihrem Arbeitsplatz ist, und auf welche Anwendungsgebiete Sie mit Ihrem Handy, Tablet oder mobilen Router abzielen. 

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